Die Hochzeit fand im Garten eines großen Hotels in Jaipur statt. Geladen waren ca. 3000 Gäste. Zwischen 20Uhr, nach der Ankunft des Bräutigams, und Mitternacht passierte nicht viel. Die Gäste kamen an, jeder begrüßte das Brautpaar, übermittelte seine Glückwünsche, es wurde ein Photo gemacht und dann verbrachte man die Zeit damit, bekannte Gesichter ausfindig zu machen oder einfach nur rumzustehen bzw. rumzusitzen. Irgendwann wurde dann das Buffet eröffnet, und die Massen stürzten sich auf das Essen. Für die Inder ist das das Highlight jeden Großereignisses - Essen. Mehr passiert erst einmal nicht. Ein ziemlich langweilige Angelegenheit, meiner Meinung nach. Es wird nicht getanzt, es gibt keine Rituale, die die Gäste belustigen, nichts. Die Musikkapelle fungiert mehr als Empfangskommittee denn als Lieferant von Unterhaltungsmusik, die zum Tanzen einlädt. Getanzt wird nur einmal am Abend und zwar bei der Ankunft des Bräutigams. Der erscheint auf einem Pferd, begleitet von seinen Freunden und der Familie. Der Einritt wird mit Trommeln und rhythmischem Tanzen der BegleiterInnen gefeiert. Nach der Ankunft beginnt dann der ernste Teil des Abends...
Die Braut scheint sowieso die wenigste Freude an der Trauung zu haben. Zumindest muss sie diesen Eindruck erwecken. Es ziemt sich nicht, glücklich auszusehen, denn schließlich bedeutet Heiraten im Endeffekt, dass frau die eigene Familie verlässt und ins Haus des Ehemannes bzw. dessen Familie geht. Es ist zunächst einmal ein Abschied und erst dann ein Neuanfang.
Nach Mitternacht begann dann die eigentliche Trauungszeremonie, die sich bis in die Morgenstunden fortsetzte. Für das Brautpaar und die engste Familie gab es keinen Schlaf. Da es sich um eine Brahmanentrauung handelte, fiel die Zeremonie entsprechend umfangreich aus.
Die meisten Gäste waren beim Beginn der Zeremonie bereits gegangen. Zurück blieb nur die engste Familie.
Hier nun einige Bilder vom Ereignis:
Das Buffet
Die Kapelle
Die Gäste
Das Brautpaar, vor allem die Braut, darf bewusst nicht glücklich aussehen...
Die engste Familie sitzt um das Zelt herum.
Der Großteil der Gäste war bereits gegangen, als die eigentliche Zeremonie nach Mitternacht begann. Andere, wie hier zu sehen, versuchten sich am Feuer aufzuwärmen.

Wir beim Verabschieden. Die Familie der Braut ist auf dem Weg zum Essen. Es war so gegen 1Uhr. Teil des Essens ist, dass sich Braut und Bräutigam gegenseitig füttern.Nachdem Essen musste die Braut ins Haus des Bräutigams, um dort weitere Rituale durchzuführen. In den frühen Morgenstunden kehrten alle wieder zurück - für weitere Rituale. Dann gab es ein gemeinsames Frühstück.
Teil der Zeremonie ist es auch, dass Braut und Bräutigam sieben Mal ums Feuer gehen. Sie sind dabei durch ein Band verbunden. Die Gehrichtungen ändern sich, mal läuft der Mann voran, mal die Frau. Während des Rituals werden Verse aus der Geeta gelesen.

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